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Mein liebster Moment bei meiner Arbeit
Im Laufe der Jahre habe ich eine einfache Sache verstanden.
Sehr oft geht eine Frau bereits mit einer fertigen Lösung zum Spiegel.
„Hüte stehen mir nicht.“
„Ich habe nicht das passende Gesicht.“
„Ich bin schon nicht mehr in dem Alter.“
„So etwas darf ich nicht tragen.“
Und wissen Sie, was interessant ist?
Fast nie liegt es am Hut.
Meistens hat ein Mensch einfach einmal fremden Worten geglaubt.
Manchmal reicht eine einzige misslungene Anprobe, eine zufällige Bemerkung oder ein leichtfertig hingeworfener Satz, um für immer auf etwas zu verzichten, das Freude hätte bringen können.
Deshalb sage ich einer Frau niemals:
„Das steht Ihnen nicht.“
Ich schlage einfach vor, noch etwas anzuprobieren.
Eine andere Form.
Eine andere Farbe.
Eine andere Stimmung.
Denn meine Aufgabe ist es nicht, den perfekten Hut zu finden.
Meine Aufgabe ist es, einem Menschen zu helfen, sich neu zu sehen.
Und manchmal reicht eine gelungene Anprobe, damit eine Frau plötzlich die Schultern aufrichtet, ihrem Spiegelbild zulächelt und sich mit ganz anderen Augen anschaut.
Genau diesen Moment liebe ich am meisten.
Nicht den Moment des Kaufs.
Nicht den Moment, in dem man sagt: „Was für ein schöner Hut.“
Sondern den Augenblick, in dem eine Frau plötzlich begreift:
„Ich mag, was ich im Spiegel sehe“.
Wahrscheinlich erschaffe ich genau wegen solcher Momente immer wieder neue Looks.

